Mirjam Pressler - Autorin und Übersetzerin

Kurzportrait

 
Nimm deine Kindheit und lauf. Eine andere kriegst du nicht.

Mirjam Pressler, geboren 1940 in Darmstadt, wuchs bei Pflegeeltern auf.
Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt und Sprachen in München und lebte für ein Jahr in einem Kibbuz in Israel.
Zurück in Deutschland arbeitete sie in verschiedenen Jobs, unter anderem führte sie einen eigenen Jeansladen.
Sie hat drei inzwischen erwachsene Töchter, die sie nach der Scheidung von ihrem ersten Mann allein großgezogen hat. Heute lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin bei München.

 

Fragen zur Person

Wie viele Kinder hast Du? Drei Töchter: Ronit, Gila und Tall.

Hast Du Enkelkinder? Ja, fünf.

Wo hast Du schon überall gewohnt? In verschiedenen Städten Deutschlands, dann etwa ein Jahr in Israel und jetzt seit dreißig Jahren in München und Umgebung.

Wo und wie würdest Du gern wohnen? Am allerliebsten am Mittelmeer, in einem Haus am Strand. Am zweitliebsten so, wie ich jetzt wohne: auf dem Land in einem alten Haus mit großem Garten.

Welche Tätigkeiten hast Du ausgeübt, bevor Du Schriftstellerin wurdest? Ich habe Kunst studiert, alle möglichen Jobs ausgeübt, in deutschen Büros und einem israelischen Kibbuz gearbeitet und sogar mal einen eigenen Jeansladen geführt.

Welchen Beruf hättest Du Dir – außer Schriftstellerin – sonst noch für Dich vorstellen können? Pianistin. Wenn ich rechtzeitig Klavier spielen gelernt hätte.

Wie viele Stunden arbeitest Du am Tag? Und welches Schreibgerät benutzt Du? Etwa zehn, zwölf Stunden am Tag. Und wenn mich das Buch, das ich gerade schreibe oder übersetzte, besonders packt, können es auch sechzehn Stunden werden – Computer und Bleistift.

Welche Sprachen sprichst Du und wann hast Du sie gelernt? Englisch und Französisch (in der Schule gelernt), Hebräisch und Jiddisch (hab ich mir später aus Interesse beigebracht), Niederländisch (hab ich vor etwa fünfzehn Jahren gelernt, um aus dieser Sprache übersetzen zu können). Und mein Schul-Latein hab ich vergessen.

Welches Deiner Bücher hat die höchste Auflage? Bitterschokolade (400 000 Exemplare).

Welches Deiner Bücher gefällt Dir am besten? Wenn das Glück kommt …, Shylocks Tocher und Malka Mai.

Ist schon mal eines Deiner Bücher verfilmt worden? Ja, Novemberkatzen wurde von Sigrun Koeppe fürs Kino verfilmt.

Wie viel Stunden in der Woche siehst Du fern? Nicht viel, vor allem Nachrichten und Diskussionssendungen.

Wie viele Bücher liest Du ungefähr im Jahr? So zwischen hundert und zweihundert. Ich hab noch nie mitgezählt. Warum sollte ich auch?

Welche sind Deine drei liebsten Bücher? Das wechselt ständig. Wenn ich drei nennen würde, täte ich anderen Unrecht.

Hast Du Dich schon mal in eine Figur aus einem Buch verliebt? Ja, schon oft.

Was empfiehlst Du Kindern und Jugendlichen, die Bücher schreiben wollen? Genau beobachten und alles aufschreiben.

Wie viele Lesungen aus Deinen Büchern machst Du im Jahr? Zwischen fünfzig und hundert.

Hast Du Hobbys? Welche? Lesen. Lesen. Lesen. Auf meinem Sofa. In der Badewanne. Unterm Nussbaum im Garten.

Hast du ein Haustier? Zurzeit habe ich eine Katze und einen Hund. Im Laufe der Jahre hatte ich schon mehrere Hunde, viele Mäuse, eine Ratte, viele Goldhamster, einige Hasen, eine Wildente, Fische und zwei Papageien.

Welches sind Deine Lieblingsblumen? Alle. Besonders solche, die ganz überraschend irgendwo blühen.

Deine Lieblingsmusik? Früher die Beatles, heute Mozart.

Wen oder was bewunderst Du? Clowns, Musiker, Sozialarbeiter.

Wem würdest Du gern mal die Meinung sagen? Den Politikern, die mich angeblich vertreten. Aber das Schlimme ist ja – es würde nichts nützen.

Wem würdest Du gerne mal begegnen? Da gäbe es viele. Um nur eine zu nennen: Rosa Luxemburg.

Was ist Dein größter Fehler? Ungeduld.

Was wäre für Dich das größte Unglück? Nicht mehr denken können. Nicht mehr lesen können.

Welche Eigenschaft schätzt Du bei einem Kind am meisten? Neugier, Spontanität, Lebhaftigkeit.

Bei einer Frau? Klugheit und Offenheit.

Bei einem Mann? Klugheit und Offenheit.

Was wünschst Du Kindern, wenn sie groß sind? Eine gewaltfreie Welt, in der sie selbst bestimmt leben können.

Welche drei Wünsche hättest Du gern frei? Nein, darauf antworte ich nicht. Sonst hab ich am Ende noch die Wurst an der Nase, wie die Frau des Fischers im Märchen.